Wie funktioniert es

1.) Einleitung
Mentaltraining ist eine Methode zur Steigerung der psychischen und physischen Leistungskraft. Die Methodik des Mentaltrainings kommt aus der Sportphysiologie und dient
der Optimierung von sportlichen Bewegungsabläufen: Das bloße Sich - Vorstellen (auch
Visulisierung oder Imagination genannt) eines bestimmtes Handlungsablaufes kann zu einer Verbesserung des später tatsächlich ausgeführten Bewegungsablaufes führen.
So visualisieren z.B.: Schirennläufer einen Slalomtorlauf solange, bis jedes Tor, jede Torkombination und jede Besonderheit der Piste im Bewusstsein verankert sind, so dass der
Rennläufer gleichsam blind über die Piste fahren kann.
„Man gewinnt im Kopf“ ist eine weithin bekannte Erfolgsformel. Daher wird heute Mentaltraining über den Hochleistungssport hinaus in vielen berufl ichen und privaten Lebensbereichen eingesetzt, um Leistungssteigerungen zu erzielen und um gesteckte Ziele zu
verwirklichen.
2.) Begriffsdefi nition
Mental bedeutet den Verstand, den Geist, die Psyche, das Gehirn, das Denken, die Gedanken betreffen.
Training bedeutet die planmäßige Durchführung eines Programms aus vielfältigen Übungen zur Ausbildung und Stärkung von Können und Kondition und Steigerung der Leistungsfähigkeit.
Unter Mentaltraining kann somit das bewusste und planmäßig koordinierte Training der
Psyche und des Gehirns verstanden werden.
3.) Das menschliche Gehirn
Das menschliche Gehirn ist die komplexeste und soweit wir heute wissen , die am meisten Ehrfurcht gebietende Struktur im gesamten Universum. Alles was den modernen
Menschen ausmacht, sein Denken und Fühlen, seine Empfi ndungen und Wahrnehmungen, geschieht in und mit seinem Gehirn. Über seine Sinnesorgane, beispielsweise über
Augen, Nase und Ohren, nimmt der Mensch Reize aus seiner Umwelt auf. Diese werden
über die Nervenbahnen und eine der zwölf Gehirnnerven an das Gehirn weitergeleitet und
in den entsprechenden Hirnregionen verarbeitet.
Riechen, Sehen, Schmecken, Fühlen oder Hören tut der Mensch in Wahrheit nurmit seinem Gehirn und nicht mit dem Sinnesorgan per se. Diese dienen lediglich der Reizaufnahme. Es ist nicht die Farbe rot, die wir sehen, es sind nicht die Töne der Musik, die wir
hören, es ist nicht der Geschmack der Erdbeere, den wir schmecken: Es sind elektrische
Impulse und chemische Reaktionen im jeweiligen Sinneszentrum im Gehirn die als rote
Farbe, als Musik und Geschmack interpretiert werden. Alle Wahrnehmung ist Interpretation!
Dr. Charlie Adler  Erfolgstraining  Seite3
Erfolgreich durch Eigenmotivation und mentale Stärke  Mentaltraining und Mentale Stärke
Das Gehirn ist ein unglaublich dynamisches System, in dem 100 Milliarden Nervenzellen,
die sogenannten Neuronen, ständig zueinander neue Verknüpfungen bilden und neue
Netzwerke formen.
Gehirnforscher haben nachgewiesen, dass das, über Jahrhunderte geltende Dogma, der
Mensch hätte mit der Anzahl an Nervenzellen im Gehirn auszukommen, mit der er geboren wird, nicht mehr länger aufrecht erhalten werden kann. Es ist erwiesen, dass aktives
Denken und Gedankenarbeit nicht nur das Wachstum von Nervenzellen im Gehirn stimuliert, sondern dass dadurch auch die Quantität und Qualität der Synapsen im Gehirn gesteigert wird.
4.) Warum funktioniert Mentaltraining?
Trotz all seiner Genialität kann das Gehirn nicht unterscheiden, ob eine Situation real ist
oder ob ich mir eine Situation nur vorstelle (im Gedanken ausmale). Die kognitive Forschung hat nachgewiesen, dass bloß visualisierte Bilder, dass ein nur im Gedanken erlebtes Ereignis, dem tatsächlich Erlebten gleichzusetzen ist. Die physiologischen Konsequenzen sind die gleichen - egal ob ein Erlebnis bloß gedacht oder tatsächlich erlebt wurde!
Schon der Gedanke an sein Lieblingsessen lässt einem Menschen das Wasser im Mund
zusammenlaufen. Schon der Gedanke an eine Klapperschlange unter Bettdecke erzeugt
Gänsehaut.
Auf dieser Tatsache baut das Mentaltraining auf: Der Trainee kann im Gedanken Situationen vorweg erleben und sich dadurch für die Realität trainieren. Der Trainierende kann
gedanklich alle erdenklichen Lebenssituationen durchleben und dadurch sich auf Erfolg
trimmen, Ängste und Blockaden lösen, sein Selbstwertgefühl steigern und die Qualität seiner Gedankenwelt optimieren.
Beispiel: Studien mit amerikanischen Basketballspielern haben gezeigt, dass Spieler, die
im Mentaltraining wiederholt erfolgreiche Korbwürfe visualisiert haben, ihre tatsächliche
Wurfl eistung um bis zu 30% erhöhen haben.
So wie im Beispiel der Basketballspieler gilt auch im täglichen Leben: Der Kopf, die mentale Einstellung, die mentale Fitness macht den Unterschied. Gewonnen, aber auch verloren, wird im Kopf!
5.) Die Werkzeuge des Mentaltrainings
Es gibt eine Vielzahl von Werkzeugen, die im Zuge von Mentaltraining eingesetzt werden.
Viele Werkzeuge sind allgemein bekannt, aber erst die richtige Art ihrer Anwendung macht
sie zu wirksamen Instrumenten im Mentaltraining. Zudem spielt die richtige Kombination
der einzelnen Werkzeuge eine wesentliche Rolle. Dies ist die vorrangige Aufgabe des
Mentaltrainers.
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Entspannung
Voraussetzung eines erfolgreiches Mentaltrainings ist die weitgehende körperliche und
geistige Entspannung. Eine bequem Position und das Schließen der Augen helfen, in einen entsprechenden Entspannungszustand zu kommen. Durch das Schließen der Augen
werden ca. 80 % der Reize, die das Gehirn wahrnimmt, ausgeschaltet.
Visualisierung (Imagination)
Visualisierung ist die Kunst, sich etwas so vorzustellen, wie man es gerne hätte. Wenn
man sich im entspannten Zustand unter Zuhilfenahme mehrerer Sinneskanäle möglichst
lebhaft Bilder visualisiert und diese Visualisierung möglichst oft wiederholt, dann wird das
Unterbewusstsein alle Anstrengungen unternehmen, um diese Visualisierung auch zu
verwirklichen. Allmählich hält das Unterbewusstsein die Visualisierung für die Realität und
handelt danach.
Bei der Visualisierung, wir sprechen auch von Imagination, geht es darum sich im entspannten Wachzustand bei geschlossenen Augen Situationen, Geschehnisse und Dinge vor - zu - stellen um das sich Vor-stellen. Je mehr Sinneskanäle - Riechen - Tasten
- Schmecken - Sehen - Hören - in die Visualisierung einbezogen werden umso wirksamer
ist sie: Alle Erlebnisse und Erfahrungen - egal ob real erlebt oder bloß visualisiert - werden in den Synapsen als neuronales Erregungsmuster gespeichert. Je häufiger das Erregungsmuster aktiviert wird umso fester wird es. Bildlich gesprochen wird aus einem kaum
erkennbaren Trampelpfad ein breiter Weg.
Visualisierung fi ndet immer öfters Anwendung in der Therapie von Krankheiten: Der Patient visualisiert das Gesunde, das gut Funktionierende im Körper und imaginiert zugleich,
wie das Gesunde das Kranke und Krankmachende besiegt. Allein schon die Vorstellungskraft kann die vitalen Prozesse im Körper positiv beeinfl ussen.
Imagination ist die jedem Menschen innewohnende, schöpferische Vorstellungskraft, die
die Kommunikation zwischen dem Bewussten und Unbewussten möglich macht
Autogenes Training (AT)
Das AT ist eine Methode der konzentrativen Selbstentspannung auf Basis der Autosuggestion. Über Formeln und Sätze, die der Übende sich selbst im Gedanken vorsagt, werden
körperliche Vorgänge beeinfl usst. Zu den Grundübungen des AT gehören:
Schwereübung: Zunächst fi ndet eine Konzentration auf ein bestimmtes Körperteil statt,
meistens ein Arm oder ein Bein. Eine Formel könnte lauten: „Mein Arm ist
ganz schwer.“ Später kann die Schwere auf andere Körperteile und dann
den gesamten Körper ausgedehnt werden.
Wärmeübung: Wie bei der Schwereübung wird zunächst suggeriert, dass ein bestimmtes Körperteil sich ganz warm anfühlt. später wird wohltuende Wärme
über den ganzen Körper verbreitet.
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Atemübung: Formel könnte sein: „Mein Atem ist ganz ruhig.“
Bauchübung: Die Konzentration richtet sich auf den Oberbauch. Dabei wird Wärme in
diesen Bereich des Körpers geleitet.
Herzübung: Der Herzschlag wird gleichmäßig und ruhig durch Konzentration auf den
Takt des eigenen Herzschlages.
Stirnübung:  Um gleichsamen einen kühlen Kopf zu bewahren wird die Formel „Die
Stirn ist angenehm kühl“ verwendet.
Weitere Übungen des AT richten sich direkt an das Unterbewusstsein.
Affi rmation
Affi rmationen sind aktive Gedankenimpulse, die dem Unterbewusstsein Befehle geben.
Damit Affi rmationen wirken, muss man daran glauben.
Affi rmationen sind gesteuerte Gedanken. Gedanken sind Zielanweisungen an das Leben.
Im Umkehrschluss heißt dies aber auch: Gedanken sind Affi rmationen!
Wiederholte Gedanken werden zu geistigen Einstellungen. Man beginnt an das zu glauben, an das man denkt.
Positive Affi rmationen (Ich kann das! Ich schaffe das! Was ich anpacke, das schaffe ich!
Ich bin stark und selbstbewusst! etc.) geben Kraft, Zuversicht und Selbstvertrauen.
Negative Affi rmationen (Das schaffe ich nie! Das traue ich mich nicht! ich bleib immer auf
der Strecke! etc.) führen zu Demotivation, Angst und Frust!
Mentaltraining zeigt Mittel und Wege auf, die negative Gedanken aus dem Leben zu streichen und damit vermehrt Platz für positive Affi rmationen und Gedanken zu schaffen.
Barack Obama zunächst aussichtsloser Kandidat für das amerikanische Präsidentenamt
hat mit seinem auf positive Affi rmationen ausgerichteten Wahlkampf überrascht und wurde
am 20. Jänner zum ersten schwarzen Präsidenten der Vereinigten Staaten angelobt.
Seine Zauberformel – 1000e Male bei Wahlkampfveranstaltungen und in Werbespots verwendet – lautet: „Yes, we can!“
Neben Visualisierung, Autogenem Trainingund Affi rmationen gibt es noch eine Vielzahl
an weiteren Werkzeugen für das Mentaltraining. Zu diesen gehören u.a. geführte Meditationen, offene-Augen-Meditationen, Ankernund Bodenanker,Selbstgespräche u.v.m.

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